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Fischer-Trachau Otto

Fischer-Trachau Otto

Otto Fischer-Trachau
15. August 1878 in Trachau - 13. Juli 1958 in Hamburg.
Studium: Akademie der bildenden Künste Dresden.
Technik: Öl / Zeitungspapier.
Abmessung ohne Rahmen: 27cm * 18cm.
Abmessung mit Rahmen: 43cm * 33cm.
Signiert.
Datiert: 1954.
Bildtitel: Spannung zwischen Fläche und Linie.
Rahmung: Rahmenleiste mit Glas.

Der Maler und Raumkünstler Otto Fischer-Trachau wurde am 15. August 1878 als Sohn der Maria Therese Sieber und des 1887 verstorbenen Fabrikarbeiters und späteren Versicherungsagenten Friedrich August Fischer in der Dresdner Vorortgemeinde Trachau geboren. Er war das achte und jüngste Kind des im Haus Leipziger Straße 258 eingemieteten Ehepaares und besuchte die 1873 eröffnete Trachauer Schule.

Nach Abschluss einer Malerlehre im Jahre 1901 studierte er bis 1907 an der staatlichen Kunstgewerbeschule und der Akademie der bildenden Künste in Dresden. Seine Lehrer waren u.a. der Maler Otto Gussmann und der Architekt Wilhelm Kreis. 1907 übersiedelte er nach Hamburg und war seit 1908 freischaffend.

1907 erschien das Buch „Großvaters Lieblinge“, in dem Geschichten für kleine Knaben und Mädchen erzählt werden. Bebildert hatte es Otto Fischer-Trachau, der damals seinem Familiennamen den Namen seines Geburtsortes hinzufügt hatte.

Nicht nur als Maler und Zeichner hatte er in Hamburg einen Namen, vielmehr war Otto Fischer-Trachau zwischen 1908 und 1928 der bedeutendste Raumkünstler der Hansestadt. Er gestaltete die Innenräume zahlreicher Hamburger Bauten, die unter Fritz Schumacher, dem Leiter des Hamburger Bauamtes, entstanden. Schumacher war zuvor bis 1908 Professor für Hochbau an der TH Dresden gewesen.
Im Mittelpunkt fast allen künstlerischen Schaffens während des Ersten Weltkriegs stehen die unsäglichen Grausamkeiten, mit denen die Künstler während ihres Kriegsdienstes konfrontiert wurden und auf die sie reagierten. Wie viele Künstler hatte auch Otto Fischer-Trachau den Krieg anfangs bejaht. Bekannt für seine langen Titel, nannte er das Tempera-Gemälde aus dem Frühjahr 1916 „Handgranatenüberfall auf der Giesslerhöhe“. Was er in seinem Bild zeigt, spiegelt eigenes Erleben wider. So entwickelte Otto Fischer-Trachau, der eigentlich als Kriegsberichterstatter verpflichtet wurde, mehr und mehr seine eigene expressionistische Bildsprache.
In den Jahren von 1919 bis 1933 prägte die Hamburgische Sezession maßgebend das künstlerische Leben der Hansestadt. Dabei handelte es sich bei dieser Sezession nicht um die Abspaltung von einer etablierten Künstlergruppe, sondern um die bewusste Gründung einer Elitevereinigung aus Malern, Grafikern, Bildhauern und Architekten, die sich konsequent an der Avantgarde orientierte. Zu ihren insgesamt 52 Künstlern zählte auch Otto Fischer-Trachau. Neben den regelmäßigen Ausstellungen der Sezessionisten gehörten auch Lesungen, Konzerte und Künstlerfeste, deren Plakate in der Regel Otto Fischer-Trachau gestaltete. Im Laufe der Zeit erlangte die Gruppe zunehmende Anerkennung und konnte zu Beginn der dreißiger Jahre als Mittelpunkt des Hamburger Kulturlebens gelten. 1933 schlossen die Nationalsozialisten die zwölfte Ausstellung der Hamburgischen Sezession, die sich nicht bereit erklären wollte, ihre jüdischen Mitglieder auszuschließen. Um 1937 werden expressionistische Arbeiten Otto Fischer-Trachaus an öffentlichen Gebäuden vernichtet.

Mit einer der bedeutendsten Leipziger Ausstellungen des 20. Jahrhunderts, der Exposition „Europäisches Kunstgewerbe 1927“, wurde am 6. März 1927 zugleich die Pfeilerhalle des Grassimuseums eröffnet. Die Farbgestaltung der Halle übernahm Otto Fischer-Trachau, damals Professor für Dekorative Malerei an der Leipziger Kunstgewerbe- und Handwerkerschule. Nach seinen Vorgaben wurde sie im Februar 1927 ausgemalt: die Pfeiler in rot, die Brüstung in gold und blau, die schlanken Stützen der Stirnseiten ultramarinblau, die äußeren Zonen der Decke und die Wände hellblau, Leuchten und Geländer im Goldton. Im Jahre 2010 wurde der Pfeilerhalle seine ursprüngliche Gestalt zurückgegeben.

Otto Fischer-Trachau starb am 13. Juli 1958 in Hamburg.

Objekt-Nr. 2350
Preis: 850 Euro
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