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Knesl Hans

Knesl Hans

Hans Knesl
09. November 1905 Bad Pirawarth, Niederösterreich - 04. Juli 1971 Wien
Studium: Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Wien - bei Professor Hans Bitterlich
Technik: Aquarell / Papier
Sichtbare Blattgröße: 50cm * 36cm
Signiert
Datiert: 1948
Bezeichnet: Wien
Bildtitel: verliebtes Paar
Rahmung: Rahmenleiste

Hans Knesl  war ein österreichischer Bildhauer, der sich auch der Zeichnung und Malerei als Ausdrucksform bedient hat.


Als drittes Kind seiner Eltern wuchs er in einfachen Verhältnissen in Bad Pirawarth, einem kleinen Thermalkurort etwa 25 Kilometer nördlich von Wien, auf. Schon mit acht Jahren verlor er seine Mutter und entwickelte sich zu einem Kind, das überwiegend in seiner eigenen Gedankenwelt lebte. Da er als Jugendlicher Interesse an Schnitzerei und plastischer Darstellung entwickelte, suchte sein Vater für ihn eine geeignete Lehrstelle und fand sie schließlich in der deutschen Stadt Lage, wo Hans Knesl in den Jahren 1920 bis 1924 seine handwerkliche Ausbildung zum Steinmetz erhielt. Nach Abschluss der Lehrzeit begann er in Wien das Studium der Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste - bei Professor Hans Bitterlich - und schloss dieses 1930 mit dem Diplom ab. Danach war er als frei schaffender Künstler in Wien tätig. Doch die nächsten Jahre brachten nicht die erhofften Aufträge für größere Plastiken und so machte er Porträts, illustrierte Magazine und entwarf Modelle für die Porzellanfabrik Metzler & Ortloff, in Ilmenau, Thüringen. Dort lernte er auch Elfriede Dietz kennen, die er trotz größter politischer Schwierigkeiten (Tausend-Mark-Sperre) im Jahr 1936 heiratete.

Mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich verschlechterte sich die berufliche Situation von Hans Knesl weiter, da sein damaliger künstlerischer Interpretationsstil nicht den Vorstellungen der politischen Führung entsprach und sein Werk als „Entartete Kunst“ eingestuft wurde. 1941 wurde er zur Wehrmacht eingezogen, aber kurz vor Kriegsende aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig entlassen. 1944 wurde sein Sohn Johannes Alexander und 1949 seine Tochter Elfriede Christiane geboren.

Während der ersten Jahre des Wiederaufbaus verdiente er seinen Lebensunterhalt unter anderem mit Restaurierungsarbeiten am Wiener Rathaus, der Universität Wien und dem Schloss Laxenburg. Gleichzeitig begann er sich wieder seiner geliebten Bildhauerei zu widmen. 1949 wurde er Mitglied des Wiener Künstlerhauses. 1951 erhielt er die Berufung an die Akademie für angewandte Kunst, als Leiter der Meisterklasse für Bildhauerei, eine Aufgabe, der er sich mit großem Einsatz widmete. Basierend auf der Vermittlung der handwerklichen Fähigkeiten bestand seine Zielsetzung darin, die Schüler bei ihrer eigenständigen künstlerischen Entwicklung zu fördern und zu begleiten.

Daneben führte er Arbeiten für öffentliche und private Auftraggeber aus und nahm an Ausstellungen und Wettbewerben teil. Darüber hinaus entstanden zahlreiche Plastiken als freie Arbeiten auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen seiner Kunst. Die Sommermonate, die die Familie häufig im Waldviertel verbrachte, nutzte Hans Knesl für Steinarbeiten mit Mühldorfer Marmor, was aufgrund der Härte des Steines großen körperlichen Einsatz verlangte.

Obwohl Hans Knesl für seine Arbeiten mehrfach Preise bei Wettbewerben erhielt, wurde sein Werk lange Zeit von der Öffentlichkeit nicht verstanden. Zum Beispiel entfesselte seine Skulptur Große Stehende, 1954 im Wiener Stadtpark ausgestellt, einen Skandal und musste entfernt werden, sein Stehendes Mädchen wurde 1956 umgestürzt und schwer beschädigt.

In seinen letzten Lebensjahren begann er sich intensiver der Zeichnung und Malerei zuzuwenden. Nicht zuletzt dadurch wurde das Interesse der Kunstwelt geweckt und sein Werk durch zwei große Ausstellungen in Wien einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Für die letzte, im Jahr 1970, schuf er neun neue Plastiken in weniger als einem Jahr. Die Ausstellung wurde zu einem großen Erfolg und verschaffte ihm die lang verwehrte allgemeine Anerkennung, aber der Künstler hatte zu viel gegeben: nach schwerem Leiden starb er am 4. Juli 1971 in Wien. Er wurde im Ehrenhain der Stadt auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 40, Nummer 7) beerdigt.



Objekt-Nr. 1552
Preis: Euro
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