Startseite Künstlerindex GemäldeAquarelleGrafikKeramikBronzen / SkulpturenPorzellanGlasMöbelVaria Kontakt Impressum / AGB


 

Oeltjen - Kasimir Elsa

Oeltjen - Kasimir Elsa

Elsa Oeltjen - Kasimir
1887 Pettau - 1944 Ptuj
Studium: Kunstgewerbeschule Wien bei Oskar Kokoschka
Technik: Terrakotta
Signiert
Datiert: 1924
Höhe Figur: 160 mm
Höhe Sockel: 80 mm
Titel: Mädchenkopf



Pettau, die k. u. k. Geburtsstadt von Elsa Kasimir, liegt schon fast auf dem Balkan und gehört heute zu Slowenien. Wie konnte ein 1887 dort geborenes Mädchen zu einer Künstlerin der Klassischen Moderne werden?
Ihr Vater war Zeichenlehrer, ihr Bruder einer der profiliertesten Grafiker in Wien, wo Elsa Kasimir seit 1905 an der Kunstgewerbeschule u. a. zusammen mit Oskar Kokoschka (1886-1980) lernte. Der Wiener Gesellschaft vor dem Ersten Weltkrieg gefielen ihre zeittypisch in der Nähe zu Gustav Klimt und Egon Schiele gehaltenen Arbeiten. Einer ihrer Lehrer - der Bildhauer Franz Metzner (1870-1919) - brachte die dritte Dimension in ihre Arbeiten.
1910 lernte Kasimir in Italien den norddeutschen Maler Jan Oeltjen (1880-1968) kennen. Im Jahr darauf waren sie verheiratet und lebten zunächst in Wien, dann im norddeutschen Jaderberg und zuletzt in Pettau/Ptuj. Ihre Ehe war von Anziehung und Abstoßung geprägt und nahm vertrackt-symbiotische Züge an.  
Sie begann ihn an anderen Künstlern zu messen - allen voran war Kokoschka ihr Maß aller Dinge, wobei sie wohl dessen erotischer Anziehungskraft ebenso erlag wie dem künstlerischen Genie.
Dem Leben in der kulturell reizvollen Großstadt mit vielen Kontakten in der Kunstszene folgten die ruhigeren Jahre in der Provinz. Hier entstand der größte Teil ihres Werkes, zwar noch immer beeinflusst vom österreichischen Expressionismus, doch auch nach eigener Form suchend. Das Unheil der Jahre nach 1933 beendete jedoch Oeltjen-Kasimirs avantgardistische Phase. Zunächst abwartend, geriet sie in den Sog der nationalsozialistischen Bewegung. Voller Begeisterung nach dem “Anschluss” Österreichs, schuf sie sogar eine Hitler-Plastik, deren größter Vorzug es ist, unbekannt geblieben zu sein. Ihr früher Tod 1944 endete die neoklassizistische Phase, die sicherlich nicht die letzte Ausrichtung ihres Schaffens geblieben wäre.  


Objekt-Nr. 1528
Preis: Euro
  Bild vergrößern