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Wunderlich Paul

Wunderlich Paul

Paul Wunderlich
10. März 1927 in Eberswalde - 06. Juni 2010 in Saint-Pierre-de-Vassols, Kanton Mormoiron, Provence
Studium:Kunstschule in Hamburg
Technik: Bronze
Breite: 140 mm.
Höhe: 105 mm.
Gewicht: 500 Gramm.
Signiert.
Nummeriert: 1/30.
Datiert: 1997.
Titel: Stierschädel.

Wunderlich wurde als zweites Kind der Eheleute Horst und Gertrude Wunderlich (geb. Arendt) geboren. Nach einer Zeit als Flakhelfer und Kriegsgefangener zog er zu seiner Mutter nach Eutin, absolvierte dort am Johann-Heinrich-Voß-Gymnasium das Abitur und besuchte anschließend die Schloßkunstschule in der Orangerie des Eutiner Schlosses. 1947 wurde er Student an der Kunstschule in Hamburg, wo er sich in der Klasse Freie Graphik bei Willi Tietze einschrieb. Seine Mitschüler waren unter anderen Horst Janssen und Reinhard Drenkhahn. Nach einer Unterbrechung nahm er das Studium 1950 wieder auf, das er 1951 bei Willem Grimm abschloss. Anschließend wirkte er als Lehrbeauftragter an der Hochschule für bildende Künste Hamburg für die Techniken der Lithografie und Radierung. Ebenfalls 1951 druckte er für Emil Nolde („Der König und seine Mannen“, Radierung) und 1952 für Oskar Kokoschka die Grafik-Suite „Ann Eliza Reed“ mit elf Lithografien. Mit dem Verdienst verbrachte er drei Monate auf Ibiza. 1955 erhielt er ein Stipendium des Kulturkreises der Deutschen Industrie.


Vogel im Weidendamm Eberswalde
Zwei Skulpturen des Künstlers im Hof des Paul-Wunderlich-HausesNach einer frühen, im Wesentlichen realistischen Schaffensphase entwickelt er ab etwa 1959 den für ihn charakteristischen Stil. Seine frühen Werke zeigen zerstückelte, disproportionierte Körper vor leerem Hintergrund. In den sechziger Jahren vor allem nimmt Wunderlich immer wieder Impulse aus verschiedenen Kunstrichtungen, hierbei vorzüglich Elemente aus Art Déco und Jugendstil, in sein Werk auf und verarbeitet sie seinem Stil gemäß.

1960 kam es zur Beschlagnahmung des Lithographie-Zyklus „qui s'explique“ durch die Hamburger Staatsanwaltschaft wegen unsittlicher Darstellungen. Die Rückgabe erfolgt 1985 ohne Kommentar durch die Staatsanwaltschaft. 1961 erhält Wunderlich den Kunstpreis der Jugend für Graphik, mit dem Preisgeld verlegte er seinen Wirkungskreis nach Paris. 1962 arbeitete er in der Werkstatt Desjobert in Paris, erstmals konnte er vom Verkauf seiner Lithografien leben.

1963 kehrte er nach Hamburg zurück und wurde (bis 1968) – als Nachfolger von Georg Gresko – Professor an der Hochschule für bildende Künste Hamburg und begann 1969 unter dem Einfluss von Salvador Dalí mit der Erstellung von Skulpturen und Plastiken aus Bronze.

1970 setzte sich der Künstler eingehend mit dem Werk Dürers auseinander und es entstand eine Serie, in der er Dürer-Motive surrealistisch verfremdete. Den größten Teil seines Werkes umfassen Lithografien – ab 1968 schuf Wunderlich aber auch Plastiken als dreidimensionale Abbilder seiner gemalten und gezeichneten Gegenstände und Figuren.

Am Eberswalder Marktplatz steht das neue Kreishaus, das den Namen Paul-Wunderlich-Haus trägt und im Juni 2007 von der Kreisverwaltung Barnim bezogen wurde. In diesem Kreishaus befindet sich eine ständige Ausstellung mit zeitgenössischen Werken Paul Wunderlichs. Somit wird das kulturelle Engagement Wunderlichs gegenüber seiner Geburtsstadt Eberswalde gewürdigt. Zur Eröffnung am 1. Juli 2007 gab es ein großes Fest, bei welchem neben dem Duo P.O.N.D. auch Tangerine Dream ein Paul Wunderlich gewidmetes Konzert gaben.

Paul Wunderlich war seit 1971 mit der Fotografin Karin Székessy verheiratet und hat mit ihr gemeinsam einige Kunstprojekte realisiert. Fritz J. Raddatz hat diese Zusammenarbeit in dem Buch Correspondenzen dokumentiert und kommentiert.

Er lebte und arbeitete in Hamburg und Saint-Pierre-de-Vassols (Provence), wo er nach kurzer schwerer Krankheit starb.



Objekt-Nr. 1749
Preis: Euro
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